Medienwahnsinn – wir entkommen dir!

Medienwahnsinn – wir entkommen dir!

Laptop, TV, Tablet, Handy, Nintendo … ich könnte unendlich aufzählen, was alles in einer Gesellschaft voller „Medienwahnsinn“ zur Normalität in den Kinder- und Jugendzimmern, aber auch bei uns Erwachsenen geworden ist. Ich sehe es in unserer Familie auch.

Zwei Jungs, 8 und 10 – kommen von der Schule, schmeißen die Ranzen in den Flur und bevor es an den Esstisch geht, wird das Tablet gecheckt. Selbst Schuld könnte man da sagen. Ja, einerseits schon, denn hätten sie kein Tablet, würden sie es auch nicht benutzen können. Allerdings ist dies das Einzige, was meine Kinder haben, da wir es vor einem halben Jahr angeschafft haben, um auch mal schulisch darauf zurückgreifen zu können oder bei langen Autofahrten etc. Sie besitzen kein Handy, keine Wii und auch sonst keine weiteren Geräte, die ich zum „Medienwahnsinn“ zähle. In den Schulen entsteht mittlerweile ein regelrechter Gruppenzwang und wenn du mit 8 Jahren noch kein Handy hast, dann bist du uncool! Sorry, aber wo soll das hinführen?

Gut, die Problematik dürfte allgemein bekannt sein, aus diesem Grund möchte ich heute darauf eingehen, dass es auch Alternativen gibt, um das Kind wieder zu „Altbewährtem“ zurückzuführen.

Meine Kinder haben nämlich wieder das Malen für sich entdeckt. Und das seit gestern, als der Postbote ihre neuen Stabilo-Stifte gebracht hat. Sie haben schon immer gerne gemalt, aber irgendwie ist das in letzter Zeit eingeschlafen. Wir haben dann alle mal eine „Kreative Auszeit“ genommen und ich war positiv überrascht! Meine Söhne haben beide stundenlang gemalt. Als der Kleine ins Bett sollte, wollte er noch weitermalen und heute morgen vor der Schule saß er wieder an seinem Bild, als er eigentlich die Schuhe anziehen sollte.

stabilo-stift

Was bewirkt Malen eigentlich?

Abgesehen davon, dass  es Spaß macht und schön aussieht, hat das Malen auch andere positive Effekte – insbesondere bei Kindern.

  • Sie sehen, dass etwas Tolles entstehen kann, wenn man sich einer Sache intensiv widmet. Dies fördert das „Durchhaltevermögen“, was auch für den späteren Beruf von Vorteil sein kann. Denn wenn ich als Kind bereits feststelle, dass ich alles erreichen kann, wenn ich mich auf eine Tätigkeit voll konzentriere, dann führt dies zu Erfolgserlebnissen, die das Kind natürlich positiv wahrnimmt. Das verankert sich im Gedächtnis.
  • Malen fördert natürlich die Kreativität. Aus einem weißen Blatt Papier wird ein Bild, dass eine Geschichte erzählt oder Phantasien transportiert.
  • Durch Malen können Gefühle ausgedrückt werden – positive wie negative. Nicht jedes Kind ist gleich und über das Papier kann es viele Dinge erzählen oder loswerden, die es sich eventuell nicht getraut hätte zu sagen.
  • Papier ist geduldig. Beim Malen entsteht Entspannung und Stress wird abgebaut. Denn jedes Kind kann sein Tempo frei wählen und entscheidet, wann es aufhört zu malen, um an einem anderen Zeitpunkt weiterzumachen. Hier empfindet es keinen Leistungsdruck wie beispielsweise in der Schule, beim Sport oder anderen Aktivitäten.
  • Das Kind lernt Größenunterschiede, Abstände und Verhältnisse besser einzuschätzen. Dass der Hund so groß ist wie das Haus – das sieht das Kind mit der Zeit und trainiert so sein räumliches Vorstellungsvermögen.

Unsere Zeit ist schnelllebig geworden und zieht in einem atemberaubenden Tempo an uns und auch unseren Kindern vorbei. Die motorischen, aber auch intellektuellen Fähigkeiten werden jeden Tag aufs Neue gefordert. Daher ist es umso wichtiger, ein Ventil zu finden, dass die Kinder einerseits zwar fordert und fördert, aber nicht ÜBERfordert.

Malen kann eine gute Möglichkeit bieten, um einen Ausgleich zur Schule, zum Beruf oder zum Alltagsstress zu schaffen. Probiert es mal aus!

Wie ist das bei euch? Seid ihr gerne kreativ und wie steht ihr zum Medienwahnsinn?

 

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(Die Stifte und das Malzubehör hat Stabilo uns zum Testen zur Verfügung gestellt)

 

 

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7 thoughts on “Medienwahnsinn – wir entkommen dir!

  1. Die Problematik kenne ich auch. Handy bekam meine Tochter mit 10 Jahren, als es hieß, bei unserer Schule geht ein Kinderschreck um. Ab da musste sie immer eine SMS schreiben, sobald sie zuhause war. Da wir beide Vollzeit arbeiteten und auch jetzt noch, ging sie alleine den Schulweg heim. Ansonsten war es für sie uninteressant. Erst als das Tablet kam und sie mit 12 ihren ersten Nintendo DS bekam, ging es los. YouTube da und dort, braucht man ja zum cheaten. Die guckt sich an, wie jemand anderer das Spiel spielt obwohl sie es selbst hat. Lösungshefte sind damit Out gg
    Malen war noch nie ihre Leidenschaft, aber dafür die von der Mama 😉
    Schönes Wochenende

    1. Hallo liebe Tanja,

      wir haben auch gesagt, dass der Große ein Handy auf der weiterführenden Schule bekommt. Denn dann muss er sich melden können, wenn etwas ist mit dem Bus etc. Aber vorher finde ich es einfach noch nicht nötig.

      Wünsche dir einen tollen Abend!

  2. Mein Sohn hat auch erst ein Handy bekommen, als er auf das Gymnasium kam, damals waren das allerdings noch keine „Spielzeuge“, da noch keine Smartphones. Statt Gameboy (der damalige Smartphoneersatz) bekam er hochwertige coole Spielsachen wie ein Skateboard, gute Rollerblades… Mir war es wichtig, dass er sich auch viel bewegt. Wir haben so tolle Grünanlagen, wir leben in einem Wohnpark und viele der anderen Kinder saßen auf den Bänken und spielten Gameboy.

    Eine Spielkonsole wurde auch so lange wie möglich hinausgezögert. Er durfte schon früh Computer spielen, aber streng limitiert, ebenso wie TV. Eine Nintendo gab’s dann beim Vater irgendwann für die Papa-Wochenwenden, das war eine gute Lösung. Ich glaube ganz verbieten kann man es nicht und sollte es auch nicht, das macht es nur interessanter – und irgendwann machen sie es heimlich. Die Kinder müssen ja den Umgang damit lernen, aber die Vielfalt macht es.
    Malen hat mein Sohn leider immer gehasst. Ich habe ja selbst Kunst studiert und er bekam die tollsten Materialien – von klein auf, da war nichts zu machen… aber irgendwann hat er dann Modellbau wenigstens eine Zeit für sich entdeckt und natürlich Lego, ein Musikinstument spielen…

    Ich finde es toll, dass deine Kinder gerne malen und sie dazu anregst 🙂

    LG
    Chris

    1. Das hört sich gut an Christina! Da hast du wohl alles richtig gemacht. Draußen spielen machen meine Jungs auch sehr viel. Wir wohnen hier direkt am Wald. Ja, das mit dem Malen ist hier gerade bei beiden voll der Hype. Habe heute sogar noch neue Bücher dazu gekauft. Die Chance muss ich nutzen 😉 ich liebe es selbst auch zu malen und daher finde ich es super, wenn sie es auch mögen. Ansonsten ist Sport bei Beiden auch noch hoch im Kurs. Lg Christine

  3. Ich denke es ist eine Sache wie man selbst mit um geht , wie man es vor lebt. Meine Tochter hat einen Computer ein Tablet eine Wii ein Smartphone und einen eigenden Fehrnseher.
    Trotzdem ist ihr Malen Musik machen und draußen spielen wichtiger 🙂
    Es gibt bei uns keine Begrenzungen, keine Zeiten wie lange und wann sie etwas benutzen darf seit dem ich das so handhabe ist es uninteressant. Die Wii wird nur angeschaut, wenn Papa mal mit ihr spielt, der Computer nur zum Englisch Vokabeln lernen und das Handy ist nach der ersten „Phase“ auch nur noch ein Begleiter für den Schulweg. Das einzige was sie öfter in der Hand hat ist das Tablet, weil sie dort Musikvideos drauf hat. Internetzugang hat sie nur an meinem Laptop und das werde ich auch erstmal bei behalten. LG

    1. Das sehe ich ähnlich. Es ist in der heutigen Zeit einfach wichtig, dass Eltern ein Auge darauf haben, wann und wie häufig die Kinder diese Medien nutzen. Meine Kinder sind mittlerweile älter und der „Große“ hat in der fünften Klasse ein Handy bekommen, da er einen weiten Weg zur Schule hat. jetzt neigt er natürlich dazu, dass er es ständig nutzen möchte. Da muss ich ihn auch ausbremsen manchmal.

      Liebe Grüße

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